“Two roads diverged in a wood, and I – I took the one less traveled by”

Mit diesem Zitat aus dem Gedicht “The road not taken” des amerikanischen Dichters Robert Frost beendete am vergangenen Donnerstag, den 18.06.2026, Oberstufenleiter Matthias Wolf seine Rede an den Abiturjahrgang 2026, dem er zur bestandenen Reifeprüfung gratulierte. Von den insgesamt 99 Schülerinnen und Schülern erreichten 96 das Abitur, 3 das Fachabitur und 19 Pennäler schlossen mit einem Schnitt von 1,8 und besser ab. Mit der Traumnote von 1,1 ist Marton Bálla Primus seines Jahrgangs!

Nicht minder erfolgreich waren die vier H- und R-Abschlussklassen, die tags darauf in gleichermaßen feierlichem Rahmen von Stufenleiter Christian Müller verabschiedet wurden: Fast 60 Realschülerinnen und –schüler erhielten einen zum großen Teil qualifizierenden Abschluss, Jahrgangsbester ist Maxim Fritsch mit einem super Schnitt von 1,2. In den beiden Hauptschulklassen durften sich 42 Schülerinnen und Schüler über ein Zeugnis freuen, bester Schüler hier Johannes Fischer mit einem sehr guten 1,4-Schnitt!

Ihnen allen gratulieren wir aufs Herzlichste und wünschen alles Gute auf dem weiteren Lebensweg!

„Finalement, c’est fini!“, konstatierte Französischlehrer Wolf zu Beginn seiner Rede. Das sei der Moment, in dem man gar nicht so recht wisse, was man machen solle, doch gerade diese Übergänge böten die Möglichkeit, innezuhalten und den Blick zurück nach vorn zu richten. Neben dem Rednerpult standen drei Objekte. Wolf griff nach dem Metronom: „In der Zukunft werdet Ihr Taktgeber sein und Verantwortung tragen, seid dabei aber niemals taktlos.“ Daraufhin hielt er einen „Duden“ hoch: „Sucht stets nach Worten, die verbinden und nicht verletzen. Eure Sprache zeigt Euren Horizont!“ Das dritte Objekt, eine Taschenlampe, stand für die Aufforderung, stets nach Orientierung zu suchen, dabei aber eben nicht die ausgetretenen Wege zu gehen, die andere dir vorgeben, sondern den Mut zu haben, auch mal gegen den Strom zu schwimmen: „I took the one less traveled by.“

In die gleiche Kerbe schlug Stufenleiter Müller einen Tag später. Auch er betonte in seiner Rede den Charakter des Tages der Zeugnisausgabe als Umbruch im Leben der jungen Erwachsenen. Dabei bediente er sich ebenfalls der Aussage eines bekanntes Mannes, nämlich Marcus Aurelius, des römischen Kaisers und Philosophen aus dem 2. Jh. n. Chr.: „Oft habe ich mich darüber gewundert, wie es möglich ist, dass der Mensch, der sich doch mehr liebt als alle anderen, dennoch seinem eigenen Urteile über sich geringeren Wert beilegt als dem Urteile anderer.“ „Ihr fragt Euch nun: Was denken meine Eltern? Und die anderen? Soll ich eine Ausbildung machen oder doch studieren? Doch was Ihr denkt, ist wichtiger!“, betonte Müller. „Freunde, Familie etc. haben Euch begleitet und unterstützt, doch die Erfahrungen müsst Ihr selber machen!“ Und schließlich gab er den Absolventen noch mit auf den Weg: „Zwei Dinge sollen Euch stets auszeichnen: Zuverlässigkeit und Offenheit“.

Auch Schulleiter Martin Peppler ließ er es sich nicht nehmen, der Abituria 2026 persönlich zu gratulieren: „Ihr könnt nun alle erdenklichen Wege einschlagen, Euch steht ein großer Fundus an Möglichkeiten offen.“ Gerade in Bezug auf die Digitalisierung sowie die sozialen Medien war es Peppler ein Anliegen, die Abiturienten zu warnen, dass nicht alles was sichtbar auch bedeutsam sei, nicht alles wahrhaftig sei, was „geliked“ (einen Beitrag in ‚social media’ unterstützen) werde. „Eure Aufgabe besteht darin, in der Überfülle der Stimmen die eigene zu finden, ohne sich dabei im Echo der anderen zu verlieren. Bleibt souverän, Ihr müsst nicht alles von Euch zeigen, Euch nicht an allen Diskussionen beteiligen.“ Vor allem ging Pepplers Dank an die Eltern für Ihre Unterstützung über die 13 Jahre Schulzeit hinweg sowie für deren Engagement innerhalb der Schulgemeinde. Sogar seine Tochter habe festgestellt, dass Ratschläge der Eltern mitunter hilfreich sein können. Unter allgemeinem lachenden Zustimmen und dem Satz: „Behalten Sie Ihre alte AKS in guter Erinnerung!“, verließ er das Rednerpult.

Die Altkönigschule in Erinnerung behalten, was heißt das? „Nicht die Noten, nicht die Arbeiten werden uns im Gedächtnis bleiben“, erklären zwei Schüler aus der 10Ra abends darauf, „sondern die Menschen und die gemeinsam erlebten Momente.“ Klassenlehrerin Hina Zafar-Anwar stimmte zu: „Es gab viele Grüppchen in unserer fast 30 Schüler starken Klasse, und es war nicht leicht, eine Gemeinschaft zu bilden. Doch ich bin stolz auf Euch, denn Ihr habt gekämpft, durchgehalten und stets an Euch geglaubt!“ In diesem Geiste versammelte sich die ganze Klasse und gab eine musikalische Einlage auf Cachons, Xylophon, Klavier und E-Gitarre zum Besten ; wohlgemerkt ohne ihre Musiklehrerin, die erkrankt war. Das ist wahre Gemeinschaft!

An solch Abenden darf generell eine musikalische Begleitung nicht fehlen. Und die Altkönigschule mit ihrem Musik-Schwerpunkt hatte einiges zu bieten: Am Donnerstagabend das Streicherensemble „Le Sandwich“ unter der Leitung von Vera Stahlbaum, das gleich dreimal spielte, und am Freitagnachmittag das Junior-Blasorchester, das Vororchester der AKS-Concertband, unter der Leitung von Isabella Spona, das zweimal auftrat. Ihnen sowie den Mitgliedern der Technik-AG sei ein großes Dankeschön für ihr außergewöhnliches Engagement ausgesprochen.

Doch auch die Repräsentanten der beiden Kommunen, aus denen sich der Löwenanteil an Schülern der AKS rekrutiert, waren zugegen: zum einen Kronbergs Bürgermeister Christoph König, zum anderen Steinbachs 1. Stadtrat Lars Knobloch. „Stadt und Schule sollen gerade bei solchen Anlässen miteinander sein“, betonte König und fragte schmunzelnd weiter: „Wem darf man heute eigentlich gratulieren? Den Schülern, weil sie’s geschafft haben? Den Eltern, weil sie’s hinter sich haben? Oder den Lehrern, weil sie wieder von vorn anfangen können?“ In das allgemeine Lachen bricht König mit einer ernsten Feststellung: Als er vor gut 40 Jahren an der AKS Abitur gemacht habe, sei vieles leichter gewesen, denn die jungen Menschen von heute müssten all das verarbeiten, was nicht nur aus dem kleinen Gerät, das man in der Tasche trage, herauskomme, sondern was an Herausforderungen durch die KI auf uns zukomme. „Doch Kreativität kommt aus dem Schmerz, das können Sie empfinden, der Computer nicht!“ lautete der eindringliche Mahnruf des Stadtvaters an die Anwesenden. Und einen Wunsch habe er noch: „Machen Sie mit, setzen Sie sich ein in unseren Städten, in unserem Land!“, denn dies sei die sinnvollste Anwendung des in der Schule Erlernten.

Solche Feierlichkeiten bestehen aber nicht nur aus Reden oder der lang ersehnten Zeugnisübergabe durch Tutoren und Klassenlehrer. Während nämlich im Haupt- und Realschulbereich auch die Klassenlehrer Reden an ihre Ex-Schüler richteten und diese wiederum lustige Spiele und wunderschön ausgewählte und dekorierte Geschenke für Ihre Ex-Pauker vorbereitet hatten, wurden auf der akademischen Feier viele Preise verliehen. Zuallererst der neue „Fremdsprachenpreis“, den es ohne Dirk Sakis und seine „Kronberger Bücherstube“ nicht gäbe. Er ging an drei Schüler, die in den Fremdsprachen durchgängig hervorragende Leistungen erbracht haben, ohne im Ausland gewesen zu sein. Zudem wurden überreicht die begehrten MINT-Zertifikate für die vier Schüler, die über 13 Jahre hinweg an diversen MINT-Aktivitäten partizipiert haben, die Chemie-, Mathematik- und Physik-Preise, der ebenfalls neu eingeführte DS-Preis (Darstellendes Spiel) sowie der wieder ins Leben gerufene AKS-Sozialpreis, den Michael Klaus, ehemaliger Präsident des Rotary-Clubs Kronberg, stolz an vier Schülerinnen vergab, die maßgeblich zur Etablierung des SDG-(Erasmus-)Cafés in Kronberg beigetragen hatten.

Im Ganzen ein Doppelabendprogramm mit vielen Neuerungen und Premieren, ein letztes Zusammenkommen von Menschen, die sich über Jahre hinweg begleitet haben, der schönste Augenblick, um sich gegenseitige Wertschätzung entgegenzubringen. Und: Ein Text darüber, der nicht mit ChatGPT geschrieben wurde!

 

Zweigleiter Müller und Klassenlehrerin Faulstich bei der Zeugnisübergabe

 

Schulleiter Peppler und Tutor Grahl bei der Zeugnisausgabe

 

Musikpädagogin Isabella Spona und ihr Junior-Blasorchester am Freitag

 

die stolzen Träger der Zusatzpreise auf der akademischen Feier

Gruppenbild des Abiturjahrganges 2025/2026 beim Abiball